Feine Gespinste zwischen den Stängeln und Blättern, kombiniert mit winzigen beweglichen Punkten auf der Blattunterseite, deuten auf Spinnmilben hin. Diese Milben saugen die Pflanzenzellen aus. Dadurch entstehen gelbe oder silbrige Flecken, woraufhin die Blätter schließlich vertrocknen. Zum Glück sind chemische Pflanzenschutzmittel nicht notwendig. Raubmilben bieten eine wirksame, natürliche Lösung, um den Befall schnell unter Kontrolle zu bekommen.
Für die biologische Bekämpfung dieses Schädlings werden meist zwei Arten eingesetzt: Phytoseiulus persimilis und Neoseiulus californicus. Beide Raubmilben bekämpfen Spinnmilben, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Jagdmethode, Lebensdauer und optimalen Temperatur. Die richtige Wahl hängt ganz von den Bedingungen ab, unter denen deine Pflanzen stehen.
Die Spinnmilbe (Tetranychus urticae)
Die häufigste Art ist die Gemeine Spinnmilbe. Diese Milben sind etwa 0,5 Millimeter groß, haben einen ovalen Körper mit acht Beinen und können grünlich, braun oder rötlich gefärbt sein. Bei warmem und trockenem Wetter kann sich die Population schnell ausbreiten.
Hier erfährst du, wie du Spinnmilben erkennstDie Eigenschaften von Phytoseiulus persimilis und Neoseiulus californicus
Mit bloßem Auge sehen beide Raubmilben nahezu gleich aus. Ihr Verhalten und ihre Wirkung auf der Pflanze unterscheiden sich in der Praxis jedoch deutlich. Ein guter Vergleich hilft dir dabei, den richtigen Gegenspieler für deine Situation auszuwählen.
Phytoseiulus persimilis (Persi)
Diese aktive Raubmilbe ernährt sich ausschließlich von Spinnmilben. Die leuchtend rote P. persimilis bewegt sich schnell über die Blätter. Dank ihres kurzen Lebenszyklus kann diese Art eine Spinnmilbenpopulation innerhalb kurzer Zeit stark reduzieren.
Der Vorteil: Eine ausgewachsene Persi-Raubmilbe frisst täglich bis zu 20 Eier oder 5 ausgewachsene Spinnmilben. Dadurch ist diese Art besonders effektiv bei einem aktiven, starken Befall.
Neoseiulus californicus (Nicus)
Neoseiulus californicus (Nicus)
Die californicus-Raubmilbe ist ein Generalist mit einem runden, hell gefärbten Körper. Diese Art ist weniger wählerisch. Neben Spinnmilben frisst sie auch andere Milben, Thripslarven oder Pollen, wenn vorübergehend keine Spinnmilben vorhanden sind.
Der Vorteil: Diese Raubmilbe kann längere Zeit ohne Spinnmilben überleben. Die Population bleibt auf der Pflanze erhalten, um neu geschlüpfte Eier direkt zu bekämpfen.
Schnelligkeit versus Ausdauer: Der Unterschied im Jagdverhalten
Die Wahl der richtigen Strategie hängt auch davon ab, wie diese biologischen Nützlinge vorgehen. Ihr Jagdverhalten unterscheidet sich in wesentlichen Punkten.
Persi dringt in die Gespinste ein
Bei einem starken Befall bilden Spinnmilben dichte Gespinste, um sich und ihre Eier zu schützen. Die meisten Raubmilben können sich darin nur schwer bewegen. Die Persi-Raubmilbe ist jedoch darauf spezialisiert, in diese Gespinste einzudringen und die Spinnmilben direkt zu bekämpfen.
Nicus bekämpft beginnende Befallsherde
Obwohl die Nicus-Raubmilbe in sehr dichten Gespinsten weniger effektiv ist, spürt sie beginnende Befallsherde gezielt auf. Sie konzentriert sich vor allem auf die Eier und jungen Stadien der Spinnmilben. Da sie längere Zeit ohne Nahrung überleben kann, baut sie eine stabile Population auf der Pflanze auf.
Tipp für Züchter: Für beste Ergebnisse kombinieren
Bei einem hartnäckigen oder wiederkehrenden Befall kann eine kombinierte Anwendung sinnvoll sein. Persi reduziert dichte Gespinste und starke Befallsherde schnell. Gleichzeitig beseitigt Nicus die verbleibenden Eier und schützt die Pflanze vor einem erneuten Befall. Entdecke unser Sortiment zur biologischen Bekämpfung von Spinnmilben, um direkt die passenden Raubmilben einzusetzen.
Einfluss von Luftfeuchtigkeit und Temperatur
Neben der Stärke des Befalls ist auch das Klima im Raum oder Gewächshaus entscheidend für den Erfolg. Raubmilben reagieren empfindlich auf ihre Umgebung. Bei ungünstigen Bedingungen nimmt ihre Aktivität ab oder sie können nicht überleben.
Optimale Bedingungen je Art
Persi (Phytoseiulus persimilis) entwickelt sich optimal bei Temperaturen zwischen 20 °C und 26 °C und benötigt eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 70 %. Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit, beispielsweise durch trockene Heizungsluft im Winter, kann die Bekämpfung weniger effektiv sein.
Nicus (Neoseiulus californicus) ist toleranter gegenüber wechselnden Bedingungen. Diese Art bleibt bei Temperaturen bis zu 32 °C aktiv und verträgt eine niedrigere Luftfeuchtigkeit von bis zu 50 %. Dadurch eignet sich diese Raubmilbe besonders gut für warme Fensterbänke, Wintergärten und trockenere Wohnräume.
Praktischer Tipp für trockene Räume
Du kannst die Luftfeuchtigkeit in deinem Zuhause auf verschiedene Weise erhöhen. Verwende zum Beispiel einen Luftbefeuchter und stelle mehrere Zimmerpflanzen zusammen, damit sie Feuchtigkeit an die Luft abgeben. Außerdem ist es wichtig, regelmäßig gut zu lüften, indem du die Fenster öffnest.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Aussetzen von Raubmilben
Eine sorgfältige Einführung erhöht die Wirksamkeit der Bekämpfung. Befolge diese Schritte, um die Raubmilben optimal auf den befallenen Pflanzen einzusetzen.
Bereite die Pflanze vor: Entferne die am stärksten befallenen Blätter, um die Spinnmilbenpopulation bereits von Hand zu reduzieren. Wenn möglich, kannst du die Pflanze vorsichtig abspülen, um lose Milben zu entfernen. Achte darauf, dass die Blätter vollständig trocken sind, bevor du die Raubmilben aussetzt.
Platziere die Raubmilben in der Nähe der Spinnmilben: Hänge die Aussetzboxen oder Raubmilbenbeutel möglichst nahe an die aktiven Gespinste. Die Raubmilben breiten sich schnell zu den Stellen aus, an denen sich ihre Beute befindet.
Vermeide chemische Mittel: Gib den biologischen Nützlingen ausreichend Zeit, ihre Arbeit zu verrichten. Verwende während der Behandlung keine chemischen Mittel oder aggressiven Hausmittel, da diese auch für die Raubmilben schädlich sein können.
Effektive Spinnmilbenbekämpfung passend zu deiner Situation
Die Wahl zwischen Persi und Nicus hängt von der jeweiligen Situation ab. Bei einem akuten, starken Befall mit deutlich sichtbaren Gespinsten ist Persi besonders gut geeignet. Für vorbeugenden Schutz, einen leichten Befall oder eine längerfristige Wirkung eignet sich Nicus besser.
Biologische Schädlingsbekämpfung schont Nützlinge und trägt zu einer gesunden Umwelt bei. Da ein großer Teil der Wildbienenarten unter Druck steht, ist ein giftfreier Ansatz im Haus und Garten eine verantwortungsvolle Wahl.
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