Die Asiatische Hornisse, offiziell auch Gelbfußhornisse genannt, ist eine invasive, gebietsfremde Art, die seit 2017 in Deutschland vorkommt. Sie stellt eine Bedrohung für Honigbienen, Wildbienen und die biologische Vielfalt dar. Gleichzeitig wird sie häufig mit der Europäischen Hornisse verwechselt – einer geschützten und nützlichen heimischen Art. In diesem Artikel erfährst Du, wie Du die Asiatische Hornisse erkennst, wie ihre Nester aussehen und warum es wichtig ist, die beiden Arten voneinander unterscheiden zu können.
Die Europäische Hornisse und die Asiatische Hornisse
Es ist wichtig, die Unterschiede zwischen diesen beiden Arten zu kennen, da sie sehr unterschiedliche Auswirkungen auf Mensch, Natur und Biodiversität haben.
Die Europäische Hornisse ist eine heimische und zugleich geschützte Art. Sie spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie andere Insekten frisst, und darf daher weder bekämpft noch gestört werden.
Die Asiatische Hornisse hingegen ist seit 2017 eine invasive gebietsfremde Art in Deutschland. Sie stellt eine ernsthafte Bedrohung dar für:
• Honigbienen und Wildbienen
• Die Bestäubung von Pflanzen und Nutzpflanzen
• Die allgemeine biologische Vielfalt
Die auffälligsten Merkmale, durch die sich die Asiatische Hornisse von der Europäischen Hornisse unterscheidet, sind ihr schwarzer Brustbereich, die gelben Beinenden (daher der Name Gelbfußhornisse) sowie ein deutliches gelbes Band am Hinterleib.
Die Europäische Hornisse besitzt dagegen einen rotbraunen Brustbereich und rotbraune Beine sowie einen überwiegend gelben Hinterleib.
Mit einer Körpergröße von etwa 2,5 bis 3 cm ist die Asiatische Hornisse etwas kleiner als die Europäische Hornisse, die eine Größe von 3 bis 4 cm erreichen kann.

Asiatische Hornisse: Nestbau
Die Asiatische Hornisse baut ihre Nester im Laufe der Saison Schritt für Schritt auf. Wichtig ist zu wissen, dass ein Nest nicht automatisch von einer Asiatischen Hornisse stammen muss. Die ersten Nester heimischer Hornissen und Wespen sehen sich nämlich sehr ähnlich. Selbst Fachleute können diese frühen Gründungsnester oft nicht eindeutig unterscheiden. Erst wenn die Hornisse oder Wespe selbst beobachtet wird, lässt sich sicher bestimmen, zu welcher Art das Nest gehört.
Deshalb ist Zurückhaltung bei der pauschalen Bekämpfung von Nestern geboten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Nester heimischer Wespenarten entfernt werden. Damit würde das eigentliche Ziel – der Schutz der Biodiversität – verfehlt.
Wenn Du glaubst, ein junges Nest der Gelbfußhornisse bzw. Asiatischen Hornisse entdeckt zu haben, entferne es nicht selbst. Kontaktiere uns per E-Mail, damit wir gemeinsam die Situation beurteilen und mögliche weitere Schritte besprechen können.
Zwei Arten von Nestern
Eine Kolonie Asiatischer Hornissen beziehungsweise Gelbfußhornissen baut im Verlauf einer Saison zwei verschiedene Nesttypen:
1. Das Primärnest
2. Das Sekundärnest
Merkmale des Primärnests
Das Primärnest ist das Nest, in dem sich die Königin niederlässt und ihre ersten Arbeiterinnen aufzieht. Mit zunehmendem Wachstum entwickelt das Nest charakteristische Merkmale, darunter lange, geschwungene Linien. Außerdem sind an der Außenseite häufig kleine Luftblasen zu erkennen. Bitte beachte: Diese Luftblasen kommen auch bei Nestern der Europäischen Hornisse vor.
Im Gegensatz zu Nestern der Europäischen Hornisse weist das Primärnest der Asiatischen Hornisse eine Mischung aus grau- und gelbbraunen Farbtönen auf. Zusammen mit seiner Struktur kann es dadurch als Nest der Asiatischen Hornisse erkannt werden.
Dieses Primärnest wird vor allem an geschützten Orten gebaut, beispielsweise:
• an der Decke von Schuppen oder Gartenhäusern,
• auf Dachböden,
• unter Vordächern,
• in Nistkästen für Vögel.
Diese Standorte unterscheiden sich kaum von den Orten, an denen auch andere Wespenarten ihre ersten Nester errichten.
Merkmale des Sekundärnests
Sobald die Kolonie weiter herangewachsen ist, wird im Sommer ein zweites Nest gebaut. Dieses Sekundärnest wird vollständig von den Arbeiterinnen errichtet, während das erste Nest von der Königin gebaut wurde.
Das Sekundärnest befindet sich meist in einer Höhe von mindestens zehn Metern, beispielsweise in der Baumkrone eines hohen Baumes. Nach einiger Zeit zieht die Königin dauerhaft vom Primärnest in das Sekundärnest um. Das ursprüngliche Primärnest wird anschließend nach und nach aufgegeben und stirbt schließlich ab.
Entwicklung der Asiatischen Hornisse
Im Frühjahr erwacht die begattete Königin aus ihrer Winterruhe. Anschließend sucht sie einen geschützten Ort, um ihr erstes Nest zu bauen. Nach etwa sechs Wochen schlüpfen die ersten Arbeiterinnen. Diese helfen beim weiteren Ausbau des Nests und kümmern sich um die Larven, sodass die Kolonie rasch wächst.
Sobald das Nest zu groß wird und nicht mehr genügend Platz bietet, suchen die Arbeiterinnen einen neuen Standort für das zweite Nest und beginnen mit dessen Bau. Die Königin zieht anschließend in dieses Sekundärnest um, wo sie erneut Eier legt.
In dieser Phase beobachten Imker häufiger Hornissen in der Nähe ihrer Bienenstöcke. Der Grund dafür ist, dass die Hornissenkolonie im Sommer ihre größte Größe erreicht und die zahlreichen Arbeiterinnen eiweißreiche Nahrung benötigen. Bienen stellen dabei eine ideale Eiweißquelle dar und sind zugleich eine vergleichsweise leichte Beute.
Ab September legt die Königin unbefruchtete Eier, aus denen Männchen schlüpfen, sowie Eier, aus denen neue Königinnen entstehen. Im Oktober und November verlassen diese das Nest. Nach der Paarung sucht die junge Königin einen geeigneten Ort für die Winterruhe, vorzugsweise:
• unter der Rinde abgestorbener Bäume,
• in der Humusschicht des Bodens,
• oder in Holzstapeln.
Die Männchen, die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben anschließend, während die jungen, begatteten Königinnen den Winter überdauern und im folgenden Frühjahr neue Kolonien gründen.

Verursacht die Asiatische Hornisse Probleme?
Die Asiatische Hornisse jagt aktiv zahlreiche Insektenarten, wobei Honigbienen zu ihren bevorzugten Beutetieren gehören. Das liegt vor allem daran, dass Honigbienen eiweißreich, leicht vorhersehbar und ständig auf dem Weg in den Bienenstock oder aus ihm heraus sind. Dadurch werden Bienenstöcke zu attraktiven Jagdgebieten für die Hornissen.
Die ständige Anwesenheit von Hornissen kann bei den Bienen erheblichen Stress auslösen. Infolgedessen verlassen viele Arbeiterinnen den Stock nicht mehr, um Nahrung zu sammeln. Dadurch gelangt immer weniger Nahrung in das Bienenvolk, was langfristig zum Zusammenbruch der Kolonie führen kann.
Auch Wildbienen werden von der Asiatischen Hornisse erbeutet, wenn auch in geringerem Ausmaß. Bekannt ist jedoch, dass eine einzige Hornissenkolonie im Laufe einer Saison bis zu 11 Kilogramm Insekten verzehren kann. Dies kann sich negativ auf heimische Insektenarten und die biologische Vielfalt auswirken.
Die Asiatische Hornisse ist Menschen gegenüber grundsätzlich nicht aggressiv. Wie andere Wespenarten kann sie jedoch stechen, wenn sie sich bedroht fühlt. Da sie größer ist als die gewöhnliche Wespe, besitzt sie auch einen längeren Stachel. Ein Stich kann daher schmerzhafter sein, ist jedoch nicht automatisch gefährlicher.
Die Asiatische Hornisse auf natürliche Weise bekämpfen
Leidest Du unter einer starken Präsenz der Asiatischen Hornisse oder möchtest Du zum Schutz der Biodiversität beitragen, indem Du diese äußerst effektive Jägerin eindämmst? Dann gibt es Möglichkeiten, dies gezielt und ohne den Einsatz von Gift zu tun.
Die Hornissenfalle von Insect Heroes wurde speziell dafür entwickelt, Hornissen gezielt zu fangen. Die Tiere fliegen in die Falle hinein und können diese anschließend nicht mehr verlassen.
Durch einen speziell auf Hornissen abgestimmten Lockstoff werden die Tiere wirksam angelockt, während andere nützliche Insekten möglichst nicht angezogen oder gefangen werden.